Ein in die Jahre gekommenes Dach kann nicht nur optisch beeinträchtigen, sondern auch energetisch zum Problem werden. Gerade in Altbauten geht ein erheblicher Teil der Heizwärme über schlecht gedämmte Dächer verloren. Wer hier saniert, verbessert nicht nur den Wohnkomfort, sondern kann auch seine Energiekosten deutlich senken. Doch eine solche Maßnahme ist mit hohen Investitionen verbunden, insbesondere, wenn sie fachgerecht und energetisch sinnvoll umgesetzt werden soll.
Staatliche Förderprogramme können da ein echter Lebensretter sein. Über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) können Hausbesitzer:innen seit Jahr 2026 wieder Fördergelder beantragen, wenn sie ihr Dach energetisch sanieren möchten. Wer die technischen Anforderungen erfüllt und den Antrag rechtzeitig stellt, kann sich bis zu 25 Prozent der Sanierungskosten erstatten lassen.
In diesem Beitrag erfahrt ihr:
- Welche Dachmaßnahmen förderfähig sind
- Wie viel Förderung ihr konkret erwarten könnt
- Was bei Antragstellung und Planung wichtig ist
- Wo ihr euch weiter informieren könnt
Welche Dacharbeiten sind überhaupt förderfähig?

Grundsätzlich fördert das BAFA alle Dachmaßnahmen, die den energetischen Standard des Gebäudes verbessern. Im Mittelpunkt stehen dabei Dämmarbeiten, die die Wärmeverluste verringern. Eine reine Neueindeckung ohne Wärmeschutz ist nicht förderfähig.
Zu den förderfähigen Maßnahmen zählen:
- Dämmung des Daches, zum Beispiel als Aufsparren-, Untersparren- oder Zwischensparrendämmung
- Erneuerung der Dacheindeckung in Verbindung mit einer verbesserten Dämmung
- Dämmung der obersten Geschossdecke, sofern das Dach nicht ausgebaut ist
Maßgeblich ist, dass nach der Sanierung ein bestimmter Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) eingehalten wird. Dieser beschreibt, wie viel Wärme durch das Bauteil verloren geht. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser ist die Dämmwirkung. Die konkreten Anforderungen sind in der Förderrichtlinie der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) festgelegt und müssen durch geeignete Nachweise dokumentiert werden.
Wie hoch ist die Förderung ab 2026?
Die Zuschusshöhe richtet sich nach den Kosten der geplanten Maßnahme. Im Rahmen der BEG-Einzelmaßnahmen erhalten Eigentümerinnen und Eigentümer über das BAFA einen Zuschuss, wenn die energetischen Mindeststandards erfüllt werden. Dieser Zuschuss betrug bislang bis zu 20 Prozent. Ab 2026 wird der Fördersatz angepasst.
Nach aktuellem Stand beträgt die Grundförderung 10 Prozent der förderfähigen Kosten. Wer zusätzlich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorweisen kann, erhält weitere 5 Prozent Bonus. Damit ergibt sich eine maximale Förderquote von 15 Prozent.
Ein Rechenbeispiel zeigt, wie viel das ausmachen kann: Liegen die förderfähigen Kosten bei 40.000 Euro, ergibt sich ein Zuschuss von 6.000 Euro, wenn der iSFP-Bonus genutzt wird. Die Förderung wird nach Abschluss der Maßnahme ausgezahlt, sobald alle Unterlagen eingereicht und geprüft wurden. Zu beachten ist, dass die förderfähigen Ausgaben auf einen Höchstbetrag gedeckelt sind. Aktuell liegt dieser bei 30.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr.
Was müsst ihr bei der Antragstellung beachten?
Wer eine Förderung über das BAFA erhalten möchte, muss den Antrag unbedingt vor dem Beginn der Maßnahme stellen. Das bedeutet: Bevor ein Auftrag an eine Handwerksfirma vergeben oder Material bestellt wird, muss der Förderantrag vollständig online eingereicht werden. Erst nachdem das BAFA den Antrag offiziell bestätigt hat, darf mit den Arbeiten begonnen werden.
Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:
- Die Maßnahme betrifft die Gebäudehülle und erfüllt energetische Anforderungen
- Es gelten technische Mindeststandards, unter anderem beim U-Wert
- Die Umsetzung muss durch ein Fachunternehmen erfolgen
- Die Antragstellung erfolgt online über das Portal des BAFA
Für den iSFP-Bonus ist zusätzlich eine Energieberatung erforderlich. Dabei wird ein individueller Sanierungsfahrplan erstellt, der schrittweise Maßnahmen zur energetischen Verbesserung aufzeigt. Diese Beratung wird selbst ebenfalls gefördert und hilft dabei, das gesamte Gebäude langfristig zu optimieren.
Hier geht es zu den genauen Infos zur Antragstellung:
BAFA – Informationen für Antragstellende
Lässt sich die BAFA-Förderung mit anderen Programmen kombinieren?
In bestimmten Fällen könnt ihr die Förderung des BAFA mit anderen Programmen ergänzen. Dazu zählen etwa Kredite der KfW oder Förderangebote von Ländern und Kommunen. Diese Kombinationen sind jedoch nicht immer möglich, da eine sogenannte Doppelförderung ausgeschlossen ist. Es dürfen also nicht mehrere Programme gleichzeitig für dieselben Kosten in Anspruch genommen werden.
Gerade bei umfangreicheren Sanierungen kann es sinnvoll sein, mehrere Fördermöglichkeiten zu prüfen. Wer etwa zusätzlich zur Dachdämmung eine neue Heizung oder Fenster einbauen lässt, kann durch die gezielte Kombination verschiedener Förderprogramme größere Teile der Investition abdecken. Allerdings muss die Planung dafür frühzeitig erfolgen.
Eine qualifizierte Energieberatung kann euch dabei unterstützen, die passenden Programme zu finden und die Anträge korrekt aufzubereiten. So sichert ihr euch bestmögliches Förderpotenzial und vermeidet Fehler bei der Antragstellung.
Fazit: Dachsanierung mit Förderung: So nutzt ihr euer Sparpotenzial optimal
Die energetische Sanierung des Daches gehört zu den wirksamsten Maßnahmen, um Energiekosten zu senken und den Wohnkomfort spürbar zu verbessern. Gleichzeitig könnt ihr euch einen staatlichen Zuschuss sichern, wenn ihr bestimmte technische Anforderungen erfüllt und rechtzeitig einen Antrag beim BAFA stellt. Mit dem passenden Sanierungsfahrplan ist sogar eine höhere Förderquote möglich, was die Investition zusätzlich entlastet.
Auch wenn die Fördersätze ab 2026 etwas angepasst werden, bleibt das BAFA-Programm ein wertvoller Hebel für wirtschaftlich sinnvolle Sanierungen. Wer umsichtig plant, sich frühzeitig beraten lässt und die richtigen Schritte einhält, kann einen Großteil der Kosten kompensieren. Wir beraten euch gerne zu eurer Dachsanierung und möglichen Förderungen.
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