Das Comeback der Henke AG

Mai 12, 2023
Pressemitteilung vom 11. Mai 2023
666 Tage nach der Flutkatastrophe: Die Henke AG meldet sich eindrucksvoll zurück – auch der Hagener Oberbürgermeister gratuliert zum Comeback.

Beim “Welcome back”-Event mit rund 150 Gästen in der firmeneigenen Produktionshalle schaut das Familienunternehmen gemeinsam mit Kunden, Lieferanten und Stadtspitze in die Zukunft.Unternehmensführung in fünfter Generation legt “Familienverfassung” auf.

Mit einem großen Einweihungs-Event in der firmeneigenen Produktionshalle und rund 150 geladenen Gästen hat die Hagener Henke AG – knapp zwei Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Juli 2021 – ihr offizielles Comeback gefeiert. Das Dach- und Fassadenunternehmen mit Hauptsitz an der Becheltestraße in Hagen war am 14. Juli 2021 massiv von der Flut getroffen worden. Auch Oberbürgermeister Erik O. Schulz war bei der Feierstunde anwesend und fand in seiner Begrüßungsrede lobende Worte für das familiengeführte, mittelständische Unternehmen: “Der Zusammenhalt und das großartige Engagement innerhalb des Unternehmens beeindrucken mich tief. Der innovative und energetisch zukunftsorientierte Wiederaufbau des Traditionsunternehmens Henke hat echten Vorbildcharakter für den Mittelstand in unserer Stadt. Ich gratuliere der Firma Henke herzlich zum Comeback und freue mich über diese großartige Investition in und für Hagen!”

Rückblick: Vor genau 666 Tagen sah ganz Deutschland fassungslos auf die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Beschauliche Orte wie Ahrweiler im benachbarten Bundesland, aber auch mittelgroße Städte wie Hagen versanken erst im Wasser, dann im Schlamm. Kleine Bächlein wie die Volme oder die Ahr wurden zu reißenden, in vielen Fällen auch tödlichen Gewässern. Die Aufbau- und Sanierungsarbeiten dauern in vielen Regionen mitunter bis heute an.

Seinerzeit war Henke-Prokuristin Nina Ester noch in der Nacht als eine der Ersten zum Firmensitz geeilt. Ihr bot sich damals ein apokalyptischer Anblick. „Der Großteil unseres Firmensitzes war zerstört. Fahrzeuge, Akten, die komplette IT inklusive der Telefonlage – alles war unbrauchbar“, sagt Ester, während sie sich in der mittlerweile wieder intakten Produktions- und Arbeitshalle umblickt: „Auch viele dieser Maschinen hier waren größtenteils kaputt.“ Die Schadenshöhe taxiert das Unternehmen auf mehrere Millionen Euro.

Doch statt im Angesicht dieser existenzbedrohenden Schäden verzweifelt abzuwinken, taten die Henke-Chefetage und ihre Beschäftigten das, was auch die Menschen in der ganzen Region taten: Sie hakten sich unter und arbeiteten gemeinsam daran, den Familienbetrieb sukzessive wieder aufzubauen. Mit viel Improvisation und Zusammenhalt wurde die Firma mit ihren über 140 Beschäftigten schon nach wenigen Tagen wieder arbeitsfähig. „Wir sind noch heute überwältigt von der Hilfsbereitschaft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Nina Ester.

Zunächst brachten notgedrungen improvisierte Lösungen – beispielsweise die Nutzung von privaten Laptops und Computern – und die bedingungslose Unterstützung der Belegschaft die Henke AG durch die wohl schwierigste Zeit der Unternehmensgeschichte. Doch schon bald galt es, nach vorn zu schauen. Im Quintett mit ihren Cousins in der Geschäftsführung – Jan und Philipp Brüggemann sowie Karl-Heinz-Ester und Jürgen Henke – wurde daher der Entschluss gefasst, eines Tages noch stärker als vor der Katastrophe zurückkommen zu wollen.

Ambitionierte Pläne, von deren Gelingen sich die Gäste des „Welcome back“-Events am 11. Mai bei einem ausgiebigen Rundgang selbst überzeugen konnten. In puncto Klima- und Umweltschutz etwa setzt die Henke AG auf maximale Energieautarkie. Dafür sorgen die komplette energetische Sanierung im Standard KfW 40+ Haus mit Heizung und Lüftung auf Strombasis sowie PV-Anlagen auf allen Dächern. Ermöglicht wurde das durch eine Mischfinanzierung aus firmeneigenen Investitionen, Versicherungsleistungen und staatlichen Förderungen. In der einst schwer getroffenen Produktionshalle arbeitet die motivierte Belegschaft schon längst wieder wie vor der Flutkatastrophe.

Darüber hinaus investierte das Unternehmen auch in den Hochwasserschutz. Neben Gullys, die mehr Wasser aufnehmen können, gibt es bei der Henke AG heute keine Akten mehr im papierlosen Büro. Neben der Beschaffung webbasierter IT-Anwendungen geht die Wahrscheinlichkeit, dass noch mal ein Server von Hochwasser zerstört wird, gegen Null – diese sind nun nämlich in oberen Stockwerken untergebracht.

Da das Herz der Firma seit jeher am Hauptsitz an der Becheltestraße in Hagen schlägt, kam auch ein Umzug letztlich nie in Frage. „Ein klares Bekenntnis zu unserer Tradition und zu unserem Standort“, sagt Henke-Vorstand Philipp Brüggemann: „Hier vor Ort treiben wir auch unsere nächsten Projekte voran.“ Dazu gehören unter anderem die Optimierung des Lagers und der Bau einer Azubi-Werkstatt.

“Unsere Wege führen nach oben”, lautet der Firmen-Claim der Henke AG – beim “Welcome back”-Event am 11. Mai garniert mit dem Zusatz: “Auch nach Krisen und Katastrophen.” Bei der Veranstaltung trat neben der Kabarettistin Waltraud Ehlert auch der Ex-Profifußballer und Speaker Daniel Engelbrecht auf. Engelbrecht war während seiner Karriere der erste deutsche Fußballprofi mit Herzschrittmacher, nachdem er im Jahr 2013 in einem Drittliga-Spiel mit einem Herzstillstand zusammengebrochen war. Obwohl Engelbrecht von allen seiten signalisiert bekam, dass er seine Karriere nie wieder würde aufnehmen können, schaffte er die Rückkehr – mit Defibrillator. “Das Thema Resilienz wird immer wichtiger für unseren Alltag. Die Widerstandsfähigkeit eines jeden Einzelnen, um in schweren Zeiten stark zu bleiben”, sagte Engelbrecht und zog in seinem Vortrag Parallelen zur Situation der Henke AG.

Parallel zum Wiederaufbau des Firmensitzes lief und läuft bei der Henke AG derweil die Übergabe der vierten zur fünften Generation. Langjährige Führungspersönlichkeiten wie Jürgen Henke (Aufsichtsrat) und Karl-Heinz Ester (Vorstand) scheiden nach Jahrzehnten an der Unternehmensspitze aus bzw. rücken zunehmend in den Hintergrund, die Generation um Jan und Philipp Brüggemann sowie Nina Ester übernehmen die Geschicke der Henke AG. Auch dieser komplexe und Jahre andauernde Prozess war Thema in einer abschließenden Podiumsdiskussion mit dem Unternehmensberater Christopher Peyerl (TMS). Letzterer half dem Unternehmen dabei, eine “Familienverfassung” mit festgelegten Werten und Normen schriftlich zu fixieren.

Dazu Nina Ester: “Was bedeutet es eigentlich, Teil der ‘Henke-Familie’ zu sein und wie möchten wir nach außen hin wahrgenommen werden? Henke bleibt Henke, das oberste Ziel ist der langfristige Erhalt und die Stabilität unseres Familienunternehmens. Wir leben unsere Werte, sind bodenständig und möchten wirtschaftlich erfolgreich und möglichst unabhängig sein. Unter anderem diese wichtigen Themen haben wir gemeinsam als Familie erarbeitet und uns durch die Familienverfassung moralisch dazu verpflichtet, uns an unsere Regeln zu halten.”

Hier können Sie das Video zur Katastrophe und dem Wiederaufbau unseres Unternehmens anschauen:


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