Interview mit Karl-Heinz Ester über die Zukunft der Henke AG
Frage: Bei der Henke AG vollzieht sich in den letzten Jahren eine besondere Veränderung: Die jüngste Generation ist in den Vorstand eingestiegen. Wie erlebst du das persönlich?
Karl-Heinz Ester: Der Generationswechsel ist mitten in der Corona-Zeit gestartet. Nach vier Jahrzehnten Geschäftsführung war das natürlich ein spannender Moment: Plötzlich hat man Nachfolger, die Dinge anders sehen und anders lösen. Dank meines Amtes als Landesinnungsmeisterweiß ich, wie wertvoll das ist. Rund 8.000 Unternehmen in unserer Branche haben keine geregelte Nachfolge. Da bin ich froh, dass wir diesen Schritt geschafft haben.
Seitdem habe ich mich zurückgezogen und stehe oft nur beratend zur Seite.
Klar, einige Sachen hätte ich ganz anders gemacht: Früher war man um sechs im Büro und um 18 Uhr wieder raus. Heute geht es um Miteinander, soziale Verantwortung und sehr viel Work-Life-Balance. Das ist natürlich richtig so – wir haben einen massiven Fachkräftemangel. Nur wenn Menschen gern zu uns kommen, bleiben sie. Und das spüren wir: Wir haben viele Azubis, einen sehr guten Ruf und einen messbaren Erfolg im Zwischenmenschlichen.
Frage: Viele der neuen Führungskräfte sind sehr jung – deshalb wurde ein gemeinsames Coaching-Programm gestartet. Was bringt es euch?
Ester: Erfahrung kann man heute nicht mehr „nachlesen“. Digitalisierung, Tools, neue Software – alles ist schneller geworden. Das Coaching hilft, diese Geschwindigkeit besser zu sortieren. Vor allem aber hat sich bei uns eine starke Kommunikationsstruktur entwickelt: niedrige Hürden, offene Gespräche, Probleme werden nicht weggeschoben. Das ist Gold wert.
In Hamburg haben wir jetzt sogar eine Familienweitergabe in der Niederlassungsleitung: Marvin Heitbrink übernimmt den Posten von seinem Vater Torsten, der den Standort mit aufgebaut hat. Uns macht es als Familie natürlich sehr froh, dass das was wir hier vorleben, auch angenommen wird.
Frage: Mit David Schumacher habt ihr dieses Jahr einen langjährigen Mitarbeitenden zum Prokuristen ernannt. Welche Bedeutung hat das?
Ester: David habe ich damals selbst eingestellt. Er ist ein Rohdiamant- viel Power, viel Motivation, hohe Fachkompetenz. Er hat sich im Senior-Bereich durchgesetzt, schnell einige Kollegen überholt und gleichzeitig sein Team mit seiner Energie mitgezogen. In den nächsten vier bis fünf Jahren wird er das Gesicht der Dachabteilung. Das setzt intern wie extern ein klares Zeichen: Leistung, Einsatz und Haltung zahlen sich bei uns aus.
Frage: Generationswechsel bringt neue Perspektiven, aber sicher auch Herausforderungen. Wo liegen sie?
Ester: Die neue Generation ist digitaler, schneller, mutiger. Das Tempo in unserer Branche ist enorm, und das ist gleichzeitig eine psychologische Belastung. Darauf müssen wir bei unseren Mitarbeitenden achten.Wir müssen auf Weiter- und Fortbildung setzen und immer einen Tacken schneller sein als der Markt. Die nächsten fünf bis zehn Jahre werden eine Marktbereinigung bringen: Kleine Betriebe verschwinden, große wachsen weiter. Da müssen wir klar, zuverlässig und autoritär auftreten – unsere 360° Komplettpaket, das wir aktuell aufbauen, wird hier entscheidend sein. Gleichzeitig ist unsere Aufstellung mit Norpoth und Henke Solar im Unternehmensverbund unschlagbar.
Frage: Und was hast du persönlich von der jungen Generation gelernt?
Ester: All die Strukturen, die wir hier erarbeiten, nutze ich auch für meine anderen Tätigkeiten. Ich bin selbst im Familienunternehmen groß geworden, aber die drei machen vieles anders und sehr geschickt. Jan ist extrem organisiert, Philipp ein chaotischer Visionär, Nina lässt sich nichts vormachen. Zusammen ist das eine ideale Konstellation. KI, neue Tools, neue Denkweisen – das alles bereichert auch meine Arbeit.
Frage: Wenn du nach vorn blickst – welche Perspektiven eröffnen sich durch diesen Generationswechsel?
Ester: Wir werden weiter wachsen, keine Frage. In Berlin bauen wir neu, in Neumarkt entsteht ein neuer Standort, in Hagen kommen weitere Entwicklungen. Die drei im Vorstand wollen das und sie können das. Sie brauchen nur noch etwas mehr Disziplin und den Mut, zwischendurch auch mal „etwas an die Wand zu schrauben“.
Wir haben ein starkes Fundament. Mit Coaching, klaren Strukturen, guter Atmosphäre und einem sensiblen Umgang miteinander sind wir bestens aufgestellt.
Um die Zukunft der Henke AG mache ich mir wirklich keine Gedanken.
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